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Zwei Sätze zu unseren 1. Herren

Lasst uns ma bidde kurz über unsere GTHGC 1.Herren reden! Diese Mannschaft, die in den letzten Jahren immer ganz gute Spieler hatte, aber eigentlich immer auch viel mehr Baustellen. Erfolge waren eher punktueller Natur. Wenn z. B. die Derbys gegen Polo – jetzt gerade Mannschaft der Stunde in der 1. Liga – gewonnen wurden.

Unsere Herren waren immer nett, aber dass sich da wirklich mal etwas dauerhaft entwickelt hätte? Hmm. Letztes Jahr sind sie denn auch wieder ambitioniert gestartet. Aber in der 2. Liga ist alles enorm eng, hohe Leistungsdichte. Wenn du nicht 100%ig fit und wach bist, versägst du die vielen engen Spiele. Und so waren unsere Herren am Ende eher fast ab- als aufgestiegen. Sie haben eben die engen Spiele, die vornehmlich im Kopf entschieden wurden, regelmäßig verkimmelt. Sicherlich auch deshalb sind unsere 1. Herren in dieser Trainerumfrage vor der Saison auch nur zweimal (von Heimfeld und DHC Hannover) als Aufstiegskandidat genannt worden. Das offiziell kommunizierte Ziel: 30 Punkte.

Und jetzt? Drei Spiele sind gespielt: Ein 3:1 Sieg gegen den unangenehm zu spielenden Aufsteiger aus Düsseldorf, der sich immerhin u. a. mit Doppel-Olympiasieger Oli Korn verstärkt hat. Dann ein 3:1 gegen BW Köln. Gegen die Mannschaft also, die in der erwähnten Umfrage wohl am häufigsten als Aufstiegsaspirant genannt wurde. Die Fäden dort hat noch immer Jambo Montag in der Hand, der ja nun auch so eigentlich alles mit der Nationalmannschaft gewonnen hat. Er hat vielleicht nicht mehr die Spritzigkeit eines 20jährigen, aber er hat auch heute noch eine beeindruckende Eckenquote. Und er lenkt das Team enorm clever. Aber trotz der Ecken hatte BW Köln keine wirkliche Chance und war vor allem spielerisch deutlich unterlegen. Dann das erste Auswärtsspiel bei den Nachbarn aus Rissen, die sich seit Jahren immer wieder auf die (alt-internationalen) Routiniers verlassen müssen und auch können. Benny Laatzen, Basti Biederlack, Philip Weber, Malte Pingel. 6:1 hieß es letztendlich in Rissen. Gewonnen, wohlgemerkt. Gefühlt hatte Flottbek doppelt so viel Tempo wie Rissen, war zwingender, disziplinierter, voll fokussiert, in der Lage, jederzeit Chancen zu kreieren, das Tempo zu wechseln, verschiedene Systeme zu spielen. Das war absolut beeindruckend. Sogar Rissens Teammanager Sven Hanfft räumte auf hockeyliga.de unumwunden ein: „Die waren richtig gut drauf und sind spielerisch eine Klasse stärker als vorige Saison.“

Warum ist das so? Woran liegt das? Wir können das Phänomen dieses Saisonstarts nicht aus dem Stehgreif erklären, aber wir können beispielhaft einige unserer Jungs herausgreifen. Und aufzeigen, wie sie sich entwickelt haben. Starten wir mit

Stefan Witte: Der ist ja jetzt nicht mehr der Allerjüngste. Dafür enorm fit, viel disziplinierter als in den letzten Jahren und: Hat endlich seine Lieblingsposition bekommen. Seit er rechts hinten spielt, ist er noch wertvoller. Hat den Speed, junge Gegner zu überlaufen, wichtiger Vorbereiter offensiv. Bedingungsloser Abräumer defensiv.

Jojo Persoon: Riesen Talent, früher Jugendnationalspieler, selber lange Zeit Jugendtrainer und bei den Kindern total beliebt. Ruhiger Typ. Hat in den letzten Jahren mal gelegentlich bei Alster und HTHC gespielt. Beim HTHC in der Halle gern in der Starting Five. Und wenn es eine Kurze gab, hat Jojo geschossen. Nicht automatisch ein gewisser Michi Körper. Seit er zurück in Flottbek ist, war er für seine Fähigkeiten gefühlt immer etwas zu still. In den ersten drei Saisonspielen sieht man ihn plötzlich lautstark seine Nebenleute stellen – egal, ob er gerade in der Innenverteidigung spielt oder im Mittelfeld. Er scheint jetzt (auch sichtbar) noch mehr Verantwortung zu übernehmen.

Thomas van Doorn: Hat mit Bloemendaal die EHL gewonnen und ist dann nach einen kurzen Umweg über Alster letztes Jahr zu uns gekommen. Wirkte zu Beginn nicht so glücklich und auch nicht richtig fit. Hat jetzt in der Innenverteidigung seine Position gefunden. Baut mit viel Ruhe, total variabel und mit großer Präzision das Spiel auf. Kompromisslos aber fair im Zweikampf. Und er hat sogar Luft, regelmäßig mit nach vorn zu gehen. Absolut gesetzt.

Eigentlich könnten wir genauso weitermachen. Denn das ist ja das Geile: Es läuft ja nicht etwas besser, weil der ein oder andere einen zufälligen Lauf hat. Fast jeder hat unter Wolfram und Stefan einen riesen Schritt nach vorn gemacht. Wie Max „Linger“ Baumgardt: Hochveranlagt, auch schon in den letzten Jahren mit irrem Speed und viel Physis. Aber seit einiger Zeit (ähnlich wie Steve) viel disziplinierter. Kaum noch der klassische Kartenkandidat. Dafür spektakuläre Tore – wie zuletzt gegen Rissen – und große Bereitschaft auch zur Defensivarbeit. Wie Jappe Peters: Kapitän, der plötzlich auch noch torgefährlich ist. Und sicherer 7m-Schütze. Großartiger Leader mit viel Gespür fürs Timing und den richtigen Ton. Und Flo Leonhard. Enormer Rückhalt wie zuletzt gegen BW Köln. Hält Ecken mit fast stoischer Gelassenheit. Und wenn es darauf ankommt, auch den 7-Meter. Wirkt sehr reif auf dem Platz. Ist nicht der laute Organisator. Meister der ruhigen Töne. Lukas „Luki“ Labonte und Ferdi v. Oertzen. Ordnen das Mittelfeld mit klaren Ansagen, klaren Bällen und unglaublicher Disziplin. Enorm geringe Fehlerquote. Beide. Dawid Zimnicki: Hat immer schon super solide das Mittelfeld beackert. Wirkt heute so spritzig wie noch nie. Taucht immer wieder auch gefährlich vorm Tor auf. Wie zuletzt gegen Köln mit Mach2 auf den Brustwarzen. Torben Nowak, gerade aus Köln nach Flottbek zurückgekehrt. Fightet im Mittelfeld, hätte gegen Düsseldorf fast nach ein paar Sekunden genetzt. Hat das dann gegen Rissen nachgeholt. Unsere Twins, Jack und Noah Winneberger, sind schon so lange dabei, dass man gern mal vergisst, dass sie gerade 23 sind. Spielen deutlich reifer, machen Kilometer ohne Ende, stellen sich jedem Zweikampf, und schießen immer wieder gerade auch die wichtigen Tore. Man kann da fairerweise eigentlich keinen aus diesem Team hervorheben. Aber wir müssen natürlich noch Micky erwähnen, der als Linksverteidiger oder in der Innenverteidigung eine unfassbare Qualität mitbringt. Und immerhin an der Seite von Mo Fürste und Billy Bakker mit den Kalinga Lancers schon die indische Profiliga HIL gewonnen hat. Genau wie sein Bruder Yuvi mit Delhi. Und der ist auch bei seinem inzwischen dritten Gastspiel an der Flottbek sofort wieder eine tierische Verstärkung. Wie Yuvi gegen Köln in einer Phase, in der es nochmal eng wird, die Aggi aus vollem Lauf und spitzem Winkel zum 3:1 einschweißt, ist absolute Spitzenklasse. Das macht so in der Form kaum ein Zweiter in der Liga. Yuvi ist zudem in Indien spätestens seit seinem Siegtreffer für die Nationalmannschaft gegen den ewigen Erzrivalen Pakistan Volksheld. Während bei Instagram alle Hockeybundesligisten zusammen vielleicht auf 20‘ Abonnenten kommen, hat Yuvi allein weit über 100‘. Erwähnen müssen wir auch die Jungs, die gerade verletzt oder verhindert sind. Marius Müller, vielleicht nach wie vor der talentierteste von allen, schafft es gerade aus beruflichen Gründen kaum zum Training und erst recht nicht in den Kader. Was doppelt ärgerlich ist, weil er auch einer der Eckenschützen wäre. Genau wie Jojo Justus, der krank war und noch gar nicht eingreifen konnte. Wie Peer Riemann, der wahrscheinlich in jeder anderen Innenverteidigung gesetzt wäre. Wie die ganzen Youngster und Jungs aus dem Kader, die nicht jedes Spiel machen, mit denen die Herren trotzdem kaum einen Deut an Qualität einbüßen: Max Roth – riesen Talent aus Frankfurt und Eckenschütze in spe, Lui Blaumer, überragender Kölner, Justin Ende, hängt Flo im Nacken, Vali Freund und Jonah Johannsen, große Talente mit Perspektive, Oli Seidenberg, gefährlicher als die meisten anderen Stürmer der Liga, der britische U-Natio Jonathan Wilkinson, Alexander Voges, Jakob Tutlies, Ismael Soruco Illanes aus Chile, Anton Soecknick, Elias Lennevi aus Schweden, Prince Chaurasia, Julian Bloechle als dritter Goalie – allesamt grandiose Typen und auf dem direkten Sprung ins Team, zu dem ja auch noch Silke, Fred, Tobi, Aram, Marc und Peter gehören.

Und wenn die Not allzu groß würde: Alex Otte könnte man ja auch noch mal vorne reinstellen. Männer, macht bidde alle weiter so! Wir kommen gerade echt gern Hockey gucken.

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