Zwei indische Top-Stars in Großflottbek

Two Indian stars at Großflottbek

Sie versinken fast in den riesigen Ledersofas vor dem Kamin, der an diesem sonnigen Mittag nur eine kalte, rußige Attrappe ist. Jeder hat nur Augen für sein Smartphone, und die rechten Daumen der beiden jungen Männer sind für einen langen Moment die einzigen beiden Lebenszeichen in diesem Stillleben.

They are sat practically sunk in the huge leather sofas by the fire, an unlit picture of stillness in the midday sunshine. The flick of a thumb is the only hint of life with both young men fully absorbed in the life of their smartphone.

Das ändert sich nach dem ersten „Hallo!“ im Bruchteil einer Sekunde komplett. Und irgendwie wirkt es, als hätten die beiden nur darauf gewartet, dass sie jemand anspricht. Gründe dafür gibt’s nämlich auch genug: Yuvraj Walmiki und Amit Gowda sind Hockeyspieler im Großflottbeker Tennis-, Hockey- und Golfclub. Und die beiden sind Gesichter einer Entwicklung im Hockey, der sich die Großflottbeker als einer der ganz wenigen Clubs aus der 1. Und 2. Bundesliga bisher explizit verweigert haben, denn Yuvraj und Amit sind Profis. Zumindest in Indien. In Deutschland sind sie unentgeltlich, aus Freundschaft. Und weil Sie auch in der 2. Liga in Deutschland lernen wollen.

With just a „Hallo“ this changes in an instant. It seems as if they were both simply attentively waiting for somebody to engage them in conversation. There is after all sufficient reason to do this; Yuvraj Walmiki and Amit Gowda play hockey at GTHGC and represent a development of hockey in Germany which only very few of the top clubs like Flottbek have avoided so far. In India they are professionals but here they play voluntarily for the love of the sport, and because they would like to learn in the 2nd league in Germany.

Profis im Sport sind längst alltäglich – auch bei den olympischen Spielen. Aber Hockey in Deutschland ist fast reiner Amateursport. Allerdings gibt es auch hier in den letzten 15 Jahren eine allmähliche Professionalisierung. Das geschieht nicht ganz freiwillig, denn bei den großen internationalen Turnieren spielen in der Weltspitze fast ausschließlich Vollprofis. Das gilt in weiten Teilen für die europäischen Nachbarn aus den Niederlanden, aus England, für die Australier, die Argentinier und natürlich auch für die Inder. Und da für die Förderung durch den Bund maßgeblich das Abschneiden bei Olympia zählt, ist es für Hockey-Deutschland alle vier Jahre ein Spiel um alles oder nichts: Scheiden die Deutschen Damen und Herren zu früh aus und holen keine Medaillen, dann wird die ohnehin minimale Förderung weiter reduziert oder komplett eingestellt. In der Folge könnten Struktur und vor allem nicht mal mehr die Coaches – die bisherigen Garanten dafür, dass Deutschland eine nicht versiegende Quelle von Talenten ist – nicht weiter bezahlt werden. Das Hockey, das in den vergangenen Jahrzehnten so ein verlässlicher Lieferant olympischer Medaillen war, würde in der kompletten Bedeutungslosigkeit verschwinden. Das ist derzeit Sorge und Motivation zugleich für viele Hockeyspieler und -funktionäre, noch mehr zu arbeiten. Auch auf Vereinsebene.

Even in Olympic sports professionals have been common for some time, however in Germany hockey is almost exclusively amateur. That said, in the last 15 years the sport has seen a significant degree of professionalization. On the international stage the top teams from Europe and further afield, including of course India, are formed almost exclusively of full-time professionals. This move towards a professionalization is a result of a need to remain competitive, underpinned by the fact that funding of hockey in Germany is heavily dependent on performance at the Olympics. Were the German men and women’s national teams to underperform it is likely that the minimal funding which is available would be reduced or stopped completely. The implications of this would be felt throughout the hockey structure in Germany, for example leaving clubs unable to afford the coaches which work to ensure a pool of future talent is nurtured at every level. The history of Hockey reliably providing Germany with medals would be lost in absolute meaninglessness. That is the fear and motivation for many players, coaches and countless other individuals to work even more for the good of the sport at a club level.

Apropos Olympia: Yuvraj Walmiki ist 26 Jahre jung und indischer Nationalspieler. Die beiden letzten Spiele in Rio und London hat er verletzungsbedingt verpasst. Deshalb hatte er sich besonders darauf gefreut, in Flottbek mit Philip Witte zusammenzuspielen. Das Flottbeker Eigengewächs hatte mit der Nationalmannschaft 2008 in Peking die Goldmedaille gewonnen. Parallel hat er sein Studium beendet, gearbeitet und promoviert. Zum Herbst seiner sportlichen Karriere ist er gerade nach Flottbek zurückgekehrt. Leider hat der 32-jährige sich kurz vor Saisonbeginn eine lästige Bänderverletzung zugezogen, sodass Yuvraj zunächst nicht mit ihm zusammen in Hamburg auf dem Platz stehen konnte – was der junge Inder ausdrücklich bedauert.

Yuvraj Walmiki is a 26 years young player in the Indian national team. He has missed the last two Olympia in Rio and London through injury. As such he has been particularly enthusiastic to play with Philip Witte, himself a product of the Flottbek youth system and winner of Gold in Beijing in 2008. This small feet achieved whilst completing his studies, graduating and holding down a job. Philip Witte returned to Flottbek for the start of the 2016-17 season but is stuck on the sidelines having suffered a ligament injury. Yuvraj openly expresses his disappointment that he will not be able to play alongside Philip in the immediate future.

Viele Hockeyvereine in Deutschland bemühen sich seit Jahren mit aller Kraft darum, die Einnahmen zu erhöhen, um Trainern und Spitzenspielern ein bisschen Geld zahlen zu können. Das funktioniert in den bestehenden Vermarktungsstrukturen nur sehr eingeschränkt. Viel häufiger werden die wichtigsten Spieler von wenigen Mäzenen bezahlt. Dabei fließen Summen, über die sich Jugendfußballspieler kaputt lachen würden. Wesentlicher Ansatz der Professionalisierung in Deutschland ist nach wie vor, den Spielern Jobs zu vermitteln, Wohnungen zur Verfügung zu stellen und vielleicht sogar den Golf V von der Frau des Präsidenten. Und selbst die überschaubaren Jahresetats für die Leistungsteams werden gerade tendenziell wieder eher zurückgefahren. Denn wenn man sich in Hockey-Deutschland auf etwas verlassen kann: Einnahmen der Vereine aus einer strukturierten und kontinuierlichen Vermarktung sind gegenwärtig fast nicht zu erhöhen. Bis heute konnten die Deutschen das mit exzellenten Trainern und hervorragender Jugendarbeit – wie auch im GTHGC– kompensieren. Aber in Anbetracht der vielen Nationen, die massiv aufrüsten, werden Top-Platzierungen bei den olympischen Spielen 2020 und 2024 nicht eben wahrscheinlicher.

For years many clubs have been trying to increase their income to allow them to financially support the coaches and top players however, this is limited in the sport’s commercial environment. It is more common that the most important players are modestly supported by just a few of the clubs patrons. The major contributions tend to be providing the players with jobs, allowing them the use of a flat and maybe even the President’s wife’s Golf V. In any case wages which would not come close to interesting promising young football players. The current trend shows clubs cutting the already limited budget of the performance teams as opposed to moving forward. It is nearly impossible at the current time to generate improved revenue from the sustainable income streams available to the clubs. So far this has been successfully compensated for by the work of excellent trainers and exemplary youth development, just as seen at GTGHC. However, in view of the many nations pumping money into the sport the chances of achieving top placings at the Olympics in 2020 and 2024 are not improving.

Yuvraj, eines der größten indischen Stürmertalente, hat 2010 zum ersten Mal in Deutschland gespielt. Damals hat er sich von einem Freund einen Kontakt besorgt und diesen einfach über Facebook angesprochen. Der Kontakt hieß Fabian Rozwadowski und war Trainer der 1. Herren in Frankenthal. Rozwadowski lotste ihn nach Deutschland und brachte dem Talent aus Mumbai etwas bei, was damals in Indien schlicht nicht Bestandteil der Trainingslehre war: Defensivverhalten. So jedenfalls sieht es Walmiki rückblickend. Als er danach zurück nach Indien kam, wurde er zum Nationalspieler. Der Kontakt zum Frankenthaler Trainer intensivierte sich, und es entstand über die Jahre eine echte Freundschaft.

Yuvraj, one of the best Indian forwards, played in Germany for the first time in 2010. He had approached a contact provided to him by a friend through facebook. This contact was Fabian Rozwadowski, trainer of the 1st men’s team in Frankenthal. Rozwadowski guided Yuvraj to Germany and taught the Indian a few things which were not a part of the typical Indian coaching manual; defensive positioning. Walmiki recognised this in hindsight. As he returned to Indian he became a part of the national team set up and his relationship with Rozwadowski grew into a genuine friendship.

Fünf Jahre schaufelte sich Walmiki jedes Jahr aufs Neue ein paar Monate frei, um in Deutschland Hockey zu spielen. Als er sich im Sommer 2016 wieder bei Rozwadowski meldete, erfuhr er, dass dieser gerade in den Hamburger Westen gewechselt war. Aber er erfuhr auch, dass es dort gute Strukturen und gute Möglichkeiten für ihn gäbe. Und so fiel es ihm nicht schwer auch seinen alten Freund Amit Gowda mit in die 2. Bundesliga nach Hamburg zu nehmen. Denn dort spielt der GTHGC. Der nur ein Jahr jüngere Amit ist Verteidiger. Die beiden keinen sich von Kindesbeinen. Und auch Amid ist gespannt auf die Trainingsinhalte von Rozwadowski und die Spielweise der Deutschen. Untergebracht sind die beiden nicht in einem mondänen Hotel, sondern privat.

For five years Walmiki has worked hard to get two months to play hockey in Germany. As he contacted Rozwadowski in 2016 he learnt that the trainer had moved to the west of Hamburg, but also that there were good opportunities for him there. As such, he was easily able to bring his old friend Amit Gowda with him to Hamburg to play in the 2. Bundesliga. Amit is one year younger than Yuvraj, a defender and friend since childhood. Amit is also excited to benefit from the Rozwadowski’s training and experiencing the German style of play. The pair are not staying in a fancy hotel but private accommodation has been provided. 

In Indien sieht es ganz anders aus. Dort sind Yuvraj und Amit in Mumbai bei einem großen Bahnunternehmen angestellt. Für das müssen sie aber nicht arbeiten. Sie spielen für diesen Konzern Hockey. Hauptberuflich. Außerdem gibt es in Indien seit 2013 ein im Welthockey einmaliges Projekt: Die Hockey India League (HIL). In diesem Franchisesystem kaufen sich Geldgeber bei einer öffentlichen Auktion ihr Team zusammen. Knapp die Hälfte der Spieler sind Inder, die andere Hälfte sind die Topstars der wichtigsten und erfolgreichsten Hockeynationen. Die Liga, bestehend aus sechs Teams, wird jeweils im Januar und Februar ausgespielt – wenn fast alle anderen Top-Nationen pausieren. Die Summe, für die die Spieler ersteigert werden, entspricht zu 100 Prozent deren Salär für diese Zeit. Yuvraj und Amid sind noch bis 2017 bei den Delhi Waveriders unter Vertrag.

In India the situation is totally different. There they are employed in Mumbai by a large railway firm, however they are not required to work. They play hockey for the company, professionally. Besides that, since 2013 India has played host to a unique project in world hockey: The Hockey India League (HIL). In this franchise system sponsors bid on players at an open auction to build their team. Almost half of the players are Indian, the remainder are a mixture of the topstars from the most successful hockey nations of the world. The 6-team league competition takes place in January and February each year, when the majority of top nations have a winter break. The players salary for these two months is 100% of the auction price paid for them; Yuvraj and Amid have contracts the Delhi Waveriders until 2017. 

In Indien ist Hockey ein Nationalsport. Und die Finalspiele der HIL fesseln nicht selten mehr als 20 Millionen Menschen an die Fernsehgeräte. In den Stadien sind bis zu 20.000 Menschen. Dimensionen, von denen deutsche Hockeyspieler nur träumen können. Oder sie lassen sich gleichfalls ersteigern – wie z. B. Moritz Fürste, Tobias Hauke, Nicolas Jacobi und Florian Fuchs. Es ist eine Art wechselseitiger Entwicklungshilfe: Die Gastspieler bekommen (für deutsche Hockey-Spieler) ungewöhnlich viel Geld (Fürste wurde zuletzt für mehr als 100.000 US Dollar ersteigert), das indische Hockey bekommt Know-how in Taktik und Athletik. Dieses Modell funktioniert insofern bestens, als dass die Inder seit der Einführung der HIL allmählich wieder Anschluss an die absolute Weltspitze gefunden haben. Ob sie es nicht befremdlich finden, wenn sie in Deutschland vor nicht einmal 100 Zuschauern spielen? Das „Nein!“ von Yuvraj und Amit kommt ohne lange Überlegung. Die Stimmung – vor allem  bei den Heimspielen in Hamburg, sei so emotional für sie, da falle ihnen gar nicht auf, dass es nicht so viele wie in Mumbai sind.

In Indian hockey is a national sport and the HIL final attracts television audiences of more than 20 million, that on top of the 20,000 who enjoy it live in the stadium. Audiences which German hockey players can only dream of. That is of course unless they belong to the small club of individuals who take part such as Moritz Fürste, Tobias Hauke, Nicolas Jacobi und Florian Fuchs. It is a relationship which benefits both parties, the Germans receive an unusually large pay check (Fürste was paid more than 100,000$ last time round) and Indian hockey gets know-how in tactics and athletics. And it works, this is evident in that since the introduction of HIL India has found its place once more among the top hockey nations. But is it not strange for the young Indians to play in front of just 100 spectators? “Nein” is the answer from Yuvraj and Amit following a long pause for thought. The aptmosphere, especially at the home games in Hamburg, is so emotional for them that they don’t even notice that the crowd is a little smaller here than in Mumbai.

Wenn Yuvraj und Amit, die in Flottbek sofort fester Bestandteil der Mannschaft wurden, von der HIL erzählen, dann berichten sie nicht von den Strapazen, nicht von den vollen Stadien, nicht davon, dass sie in diesem riesigen Land echte Stars sind, die sich um nichts kümmern müssen: nicht um Gepäck, nicht um Essen, nicht um einen Job. Sie erzählen davon, wie sehr sich die ausländischen Topspieler um die jungen indischen Mannschafskollegen bemühen, wie viele Freundschaften dort entstanden sind. Dass der holländische Routinier Evers sich immer noch regelmäßig auch telefonisch bei seinem ‚Room-Mate‘ meldet. Trotz aller Professionalität ist die HIL nach Einschätzung von Yuvraj und Amit für viele Inder in erster Linie die Möglichkeit, sich im Austausch mit ausländischen Spielern nicht nur spielerisch, sondern auch menschlich zu entwickeln.

When Yuvraj and Amit, who immediately became a permanent part of the Flottbek team, speak about the HIL, they don’t tell stories of full stadiums and a care-free celebrity lifestyle but of the relationship which has grown between the locals and the international top-stars. How Dutchman Routinier Evers still calls regularly his old roommate. Despite the professionalism of the HIL, in the eyes of Yuvraj and Amit, for many Indians the true value of the HIL is in the cultural exchange with the foreign players.

Die soziale Komponente im Hockey in Deutschland ist ebenfalls sehr ausgeprägt. Viele Spieler kennen sich bundesweit seit früher Jugend. Durch Studium und Ausbildung wechseln junge Menschen die Stadt und spielen später dann mit ehemaligen Gegnern in einem Team zusammen. Hockey ist für Berufseinsteiger in Deutschland ein nahezu perfekter Türöffner. Das Bildungsniveau ist gut, und viele Ex-Spieler sitzen inzwischen als Entscheider in verschiedenen Branchen und Bereichen. Und sie wissen, dass auf gute Hockeyspieler eigentlich immer Verlass ist – sportlich wie beruflich.

The social component of hockey in Germany is also pronounced and many players know each other nationwide since their days playing youth hockey. Young people swap cities through studying and work placements leading former opponents to play together in the same team. For those seeking employment opportunities the hockey community is a near perfect door opener. The education level is good and many former players occupy decision making positions in different industry sectors. As you know, you can always rely on a good hockey player, in sport and in work.

Leider spiegelt sich dieses Potenzial in keiner Weise in etwaigen Strukturen wieder. Hockey bekommt keine Sendezeiten im deutschen Fernsehen, und Sponsoren können selbst nach Goldmedaillen nicht längerfristig an den Sport gebunden werden. Pressearbeit gibt es (außer zu Olympia) fast keine. Es gibt ja auch keine großen Formate, die regelmäßig über Hockey berichten würden. Aber es gibt auch fast keine (bekannten) Typen in diesem Sport. Lediglich Mo Fürste gönnt sich seit ein paar Jahren jemanden, der sich um seine Vermarktung kümmert. Aber damit hat er auch erst Ende zwanzig angefangen. Der Rest? Fehlanzeige! Die meisten Hockeyspieler in Deutschland sind so unbekannt, dass nicht einmal die Hockeyspieler selber Panini-Sammelbilder von sich kaufen. Bei Facebook haben die Teams der 1. Liga im Durchschnitt ca. 1.000 Freunde auf Facebook. Yuvi, der schon nach den ersten Spielen der Saison in Hamburg der verlässlichste Scorer im Team ist, hat alleine weit über 20.000. Und nun sitzt er in diesem Ledersofa im Westen von Hamburg und versorgt seine Freunde mit Eindrücken und Erlebnissen aus seinem momentanen Alltag.

Unfortunately this potential is not mirrored in investment opportunities for the sport. Hockey doesn’t get a spot on the TV and the sponsors cannot benefit from a long term connection to a gold medal. With the exception of the Olympics there is next to no press coverage and no magazines report regularly on the sport. But there are almost no well-known individuals in the sport. Mo Fürste is the only one who actively puts effort into his personal marketing, and even he only started in his late twenties. As for the rest, nothing. The majority of hockey players in Germany are so unknown that even the hockey players themselves would not buy their collection stickers. On average the teams in the top league have around 1000 Facebook friends; Yuvi has far more than 20,000 on his own. And now he shares the impressions and experiences of his current daily life with these friends from a leather sofa in the west of Hamburg.

Im Fußball ist es völlig normal, sich durch Reisen und ausländische Spieler ausländische Märkte zu erschließen. Im Hockey ist das ganz ferne Utopie. Es ist ein Thema, das natürlich auch andere Vereine betrifft, nicht nur im Hamburger Westen. In Mannheim z. B. spielt Gonzalo Peillat. Jener Peillat, der die Deutschen im Halbfinale in Rio 2016 gegen Argentinien quasi im Alleingang aus dem Turnier gefeuert hat. Der Verein, der diesen (in der Hockey-Welt) vielbeachteten Transfer stemmt, hat bei Facebook rund 1.450 Freunde und bei Twitter ca. 300 Follower. Peillat hat allein bei Twitter knapp 33.000. Seine Freundin Florencia Habif, die der MHC auch verpflichtet hat, kommt dort auf 33.500 Follower. Eine Kleinigkeit. Social Media ist ja nicht alles. Aber es sind schon bemerkenswerte mediale (Kräfte-)Verhältnisse, wenn die Nachricht des Top-Vereins aus Mannheim bei Facebook, dass man diese beiden absoluten Weltstarts unseres Sports verpflichten konnte, auf etwas über 100 Likes kommt. Einerseits zeigen diese Beispiele einen schönen Ausschnitt der Amateurhaftigkeit des deutschen Hockeys, andererseits deutet es ein Potenzial an, das eigentlich eine ganze Heerschar von Goldgräbern auf den Plan rufen müsste.

In football it is absolutely normal to open up new markets through travel and transfers. In hockey this is a far off utopia. It’s a trend seen also at other clubs, for example in Mannheim. Gonzalo Peillat plays for Mannheim and Argentina. In Rio 2016 he sent the Germans crashing out at the semi-finals almost single-handedly. The club has approximately 1,450 friends on Facebook and circa 300 Twitter followers. Peillat’s personal twitter account has almost 33,000 followers. His girlfriend Florencia Habif has 33,500. Social media is not everything however sometimes it provides a measure of proportions worth taking note of; for example, when Mannheim announced the transfer of these two absolute world stars the post received a few more than 100 likes. On the one hand this shows the nice side of the sports amateur nature, on the other hand it reveals a potential that should catch the attention of many gold-diggers.

Die Hamburger Sonne wird schon etwas kraftloser an diesem Oktobertag im GTHGC, als wir uns mit Yuvi und Amit unterhalten. Und wir müssen langsam zum Ende kommen, denn der nächste Termin steht an. Natürlich kein Sponsorentermin. Sondern ein Training mit den achtjährigen C-Knaben. Die beiden werden den kleinen Nachwuchsspielern ein paar Tricks zeigen. Und es ist wirklich schwer zu sagen, wer sich darauf mehr freut – die Kinder oder Yuvi und Amit. In jedem Fall wird sich am folgenden Heimspiel eines zeigen: Nach der gemeinsamen Trainingseinheit sind die kompletten C-Knaben beim Bundesliga-Spiel der Herren und feuern Yuvi und Amit an. Und für die beiden Gaststars aus Mumbai ist es zugleich das, was Ihnen am besten in Großflottbek gefällt. Es ist alles so familiär hier!  Nach dem Training und den Spielen bleibt die Mannschaft noch zusammen, abends bekommen Yuvi und Amit die schönsten Plätze in Hamburg gezeigt und tagsüber, wenn sie auf dem Clubgelände sind, werden sie fast immer angesprochen. Hauptsächlich natürlich von den Kindern. Nach dem letzten Liga-Spiel vor der Winterpause im Derby gegen die Nachbarn von Polo werden die beiden direkt zurück nach Mumbai fliegen. Aber so, wie es sich von den Jungs selber und auch von Flottbeker Seite anhört, ist ein zweites Kapitel dieser achtwöchigen Zusammenarbeit mehr als wahrscheinlich.

The Hamburg sun is somewhat loosing is strength as we talk to Yuvi and Amit on this October day. We must slowly draw the conversation to a close as the boys have another appointment. Naturally this is not with sponsors but 8 year old Knaben-C training. That’s right, the Mumbai stars will show the kids a few tricks and it’s hard to tell who is more excited, the children or Yuvi and Amit. And for them this is exactly what they like most about Flottbek, its some familiar here. After training and games the team stays together, in the evenings Yuvi and Amit are shown Hamburg’s most beautiful spots and when they are at the club people almost always talk to them. Especially of course the children. The last league game before the winter break against the local rivals from Polo is the last appointment for Yuvi and Amit. Directly thereafter they will fly back to Mumbai, however listening to the boys from India as well as a few from Flottbek, perhaps we can hope for another 8 weeks next year. 

 

 

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