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Spitzenspiel

„Männer, hier ist noch nichts verloren!“, sagt der Trainer, „Wir sind zwar ein Tor hinter unserem Fahrplan zurück, aber wir machen noch nicht komplett auf! Wir spielen jetzt vorne Mann gegen Mann, und wenn ihr den Anschluss macht, dann hol ich noch den Torwart raus.“ Das waren die Worte vom Coach in der letzten Auszeit. Zehn Minuten noch, Spielstand 5:3 für Gastgeber TSV Buchholz 08 Hockey.

Bis dahin hatten wir 60 gepflegte Minuten eine unfassbare Scheiße am Schläger. Nach zwei Minuten kommt der erste Ball durch, plötzliches eins gegen eins im eigenen Kreis, absichtlich Rund, 7-Meter, 0:1. Immerhin reagieren wir: Schön den Ball zentral auf den Käptn durchgesteckt, der tunnelt den rausstürzenden Keeper, 1:1. Geht doch. Aber nicht lange. Drei Minuten später findet ein komplett harmloser Ball tatsächlich einen Flottbeker Fuß im Kreis, Ecke, Tunnel, Tor. 2:1 und unser Torwart trinkt ein Piccolöchen auf sein neues Suspensorium. Es dauert gefühlt nur Sekunden, bis Buchholz den nächsten Ball steil spielt. Ein Flottbeker stoppt artig vor, 3:1. Nicht zu fassen, dass wir bis dato die beste Verteidigung der Liga hatten. Das ist Slapstick. Da hätten wir auch voll anreisen können. Das 2:3 macht dann Julian, der über rechts antritt und einen schönen Diagonalball von links bekommt, cool bleibt und einschiebt.
Nach der Halbzeit glauben wir, dass wir dran sind. Bis bei einem langweiligen Angriff über links das 2:4 fällt. Als Stiletti nach traumhafter Kombination aus kurzer Distanz das 3:4 markiert, glauben wir, wieder dran zu sein. Bis der nächste Defensivspezialist in blau/weiß einen Ball für Buchholz vorstoppt, der Typ in unseren Kreis stolpert und dafür ne Ecke bekommt. Ableger über links, 3:5. Es ist zum Kotzen. Auszeit.

Als uns der Coach nach der eingangs erwähnten Auszeit wieder auf den kacksandverfüllten Platz schickt, holen wir direkt die nächste Ecke raus. Der Käptn schlenzt, und der tapfere Buchholzer köpft den Ball von der Linie, trinkt ein Piccolöchen auf seine Maske. Den fälligen 7-Meter schubst der Käptn neben das Standbein des Keepers. Fies. 4:5. Dann kommt der angedrohte zwölfte Feldspieler für Drake und Flottbek erhöht weiter stoisch den Druck. Völlig unbeirrt. Und dann wird’s echt kurios. Zweikampf an der Buchholzer Viertellinie, linke Angriffsseite. Der Buchholzer fällt, Krampf. Spielunterbrechung, hektische Fragen nach der Restspielzeit. Eine Minute und 20 Sekunden, sagen die enorm starken Schiedsrichter aus Lüneburg. Doof, weil Buchholz den Ball hat. Und der Typ, der bis dahin ungefähr 50 Bälle über den ganzen Platz in unseren Kreis geschlenzt hat, rutscht ab und trifft den Käptn am Oberschenkel. Ball für uns. Schnell ausgeführt, Ball im Kreis an einen fremden Fuß gelegt, Ecke! Wahnsinn!

Besprochen ist ein Ball auf den langen Pfosten auf Stecher, aber irgendwie kommt der Ball direkt aufs Tor, soll zentral aus den Kreis gehämmert werden, wo aber Finger steht und das Ding eher humorlos auf Kopfhöhe einschweißt. Überraschend für einen, der seinen Schläger kaum alleine halten kann. Egal. Den Punkt aus einem echten Spitzenspiel nehmen wir mit.

 

 

 

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